sera

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Mittwoch, 21. März 2018, 23:51

@nikp
1. Link http://www.diabetes-heute.uni-duesseldor…tml?TextID=3836
-> "Aber auch die Häufigkeit des Typ 1 Diabetes nimmt in Deutschland zu. So ist die Neuerkrankungsrate von Kindern und Jugendlichen in den letzten 20 Jahren um rund 3,5 bis 4,5 Prozent pro Jahr angestiegen. Mit einer Steigungsrate von fünf bis sieben Prozent sind besonders häufig Kinder betroffen, die jünger als fünf Jahre sind. Als mögliche Ursachen für den Anstieg werden derzeit Umwelteinflüsse und andere Faktoren diskutiert."
2. Link http://www.diabetes-heute.uni-duesseldor…html?TextID=929
-> "Resümee

Epidemiologische Daten sind nicht nur unverzichtbar, um die Verbreitung einer Krankheit zu kennen, sondern auch um den medizinischen Versorgungsbedarf abschätzen zu können. Verschiedene bevölkerungsbasierte Studien zeigen, dass derzeit rund 7% der deutschen Bevölkerung an einem bekannten Diabetes mellitus leiden. Aufgrund des in der Vergangenheit beobachteten Prävalenzanstiegs kann man davon ausgehen, daß derzeit rund 6 Millionen Bundesbürger zuckerkrank sind. Davon werden etwa 2,5 Millionen mit oralen Antidiabetika und etwa 1,6 Millionen Betroffene mit Insulin behandelt. Gut belegt ist ferner, daß die Inzidenz des Typ 1 Diabetes im Kindes- und Jugendalter in den letzten Jahrzehnten weiter zugenommen hat. Da auch die Gesamtprävalenz des Diabetes mellitus in nächster Zukunft steigen wird, ist ein noch gezielterer Einsatz der begrenzten finanziellen Mittel unumgänglich. Verläßliche epidemiologische Kenndaten zum Diabetes mellitus werden aus diesem Grund zunehmend an Bedeutung gewinnen.


Prof. Hans Hauner,
Else-Kröner-Fresenius-Zentrum für Ernährungsmedizin der Technischen Universität, München

Quelle: Modifiziert nach einem Artikel in Deutsche Medizinische Wochenschrift, 123 (1998), 777-782"

Wenn ich es dir vorsingen soll, gib Bescheid nikp.
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nikp

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Donnerstag, 22. März 2018, 00:16

@sera
ich habe mal weitergeschaut und das Gefunden
"Einschränkung: Die Studienteilnehmer sind vor 1971 geboren. Seitdem hat sich die Manifestation des Typ-1-Diabetes in jüngere Jahre verschoben."https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/diabetes/article/957726/epidemiologie-viele-typ-1-diabetiker-erkranken-erst-alter-30.html?sh=4&h=-665706304

Bei sehr frischen Daten bin ich etwas kritisch,da durch Zuwanderung eine Veränderung der Alters- und Geschlechts-Struktur stattgefunden hat: so, dass die Vergleichbarkeit nachlässt. Von Interesse ist auch, wie die Daten erhoben werden. Scheinbar ist es nicht so einfach mit der Erstdiagnose, wenn man lesen kann, dass " In ca. der Hälfte der Fälle, in denen Typ-1-Diabetes festgestellt wird, zeigt sich auf lange Sicht, dass es sich doch um den wesentlich häufigeren Typ-2-Diabetes handelt. Noch häufiger kommt es jedoch zum umgekehrten Fall: aufgrund des Alters wird anfangs Typ-2-Diabetes diagnostiziert, der sich dann aufgrund ungewöhnlich schneller Verschlechterung doch als Typ-1-Diabetes entpuppt". Und "Bei mehr als 85 Prozent der Fälle in dieser Altersklasse ( eingefügt unter 20 Jahre) handelt es sich um die Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes. Also gibt es auch andere Typen von Diabetes in dieser Altersklasse (https://www.diabetesinformationsdienst-m…ken//index.html)

Werden Krankenkassendaten für solche Aussagen Verwendet, die sich auf die Erstdiagnose beziehen, ist eine Fehleinschätzung zu erwarten.

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »nikp« (22. März 2018, 01:24)


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Donnerstag, 22. März 2018, 06:09

" In ca. der Hälfte der Fälle, in denen Typ-1-Diabetes festgestellt wird, zeigt sich auf lange Sicht, dass es sich doch um den wesentlich häufigeren Typ-2-Diabetes handelt.
Wie bitte? ?(
Das kann ich mir nicht vorstellen. Der Typ 1 Diabetes fängt ja schon sehr typisch an mit raschem Beginn, sofortiger Insulinpflicht, eventuell Keton, erhöhten Antikörpern, Gewichtsabnahme. Das davon die Hälfte!! Fehldiagnosen sein sollen, klingt unrealistisch.
Ich hab noch nie davon gehört, dass jemand mit Typ 1 Diabetes sich als Typ2 entpuppte. Wer so einen Fall kennt, soll doch bitte mal hier schreiben. :|

LG
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Donnerstag, 22. März 2018, 06:43

" In ca. der Hälfte der Fälle, in denen Typ-1-Diabetes festgestellt wird, zeigt sich auf lange Sicht, dass es sich doch um den wesentlich häufigeren Typ-2-Diabetes handelt.
Wie bitte? ?(
Das kann ich mir nicht vorstellen. Der Typ 1 Diabetes fängt ja schon sehr typisch an mit raschem Beginn, sofortiger Insulinpflicht, eventuell Keton, erhöhten Antikörpern, Gewichtsabnahme. Das davon die Hälfte!! Fehldiagnosen sein sollen, klingt unrealistisch.
Ich hab noch nie davon gehört, dass jemand mit Typ 1 Diabetes sich als Typ2 entpuppte. Wer so einen Fall kennt, soll doch bitte mal hier schreiben. :|

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Hätte auch gedacht, dass es eher umgekehrt ist. V.a. Lada wird ja oft fälschlicherweise als T2 diagnostiziert...

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Donnerstag, 22. März 2018, 07:54

Zitat

" In ca. der Hälfte der Fälle, in denen Typ-1-Diabetes festgestellt wird, zeigt sich auf lange Sicht, dass es sich doch um den wesentlich häufigeren Typ-2-Diabetes handelt.
Im englischen Text, den der Artikel zitiert, laut dieser Satz:
" For example, more than 50% of patients diagnosed with type 1 diabetes after age 35 years were shown to have type 2 diabetes in long term follow up." ( http://www.thelancet.com/pdfs/journals/l…7%2930362-5.pdf )

Die Bedeutung ist mMn nach leicht anders: Im deutschen liest es sich als hätten diese Patienten "doch" T2 anstelle von T1.
Im englischen fehlt dieses "doch", es steht da einfach nur dass 50% der T1 Patienten auf lange Sicht T2 hatten. Das Wort "doch" fehlt hier, es taucht nur in der deutschen Zusammenfassung auf. Also nicht zwangszweise "T2 anstatt von T1", sondern könnte auch beides sein.
(Die Diagnose T1 schützt ja nicht davor später zusätzlich noch insulinresistent zu werden.)

Das zweite was im deutschen Text weggelassen wurde, ist wie in den Studien T1 und T2 definiert wurde. Der rosa Kasten im englischen pdf erwähnt da Probleme als sie 10 Studien untersucht haben: In vier Studien wurde als einziges Merkmal für T1 definiert: "wurde in der Klinik vom Personal mit Insulin behandelt." (diese Definition ist ja ziemlich schlecht)
Nur in 6 der 10 Studien wurden C-peptid und Antikörper zur Bestätigung genutzt.

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sera

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Donnerstag, 22. März 2018, 09:14

Macht mit : O )

Herrlich, das Forum ist diskutierfreudig wie eh und je.
Vergesst nicht bei der Umfrage mitzumachen, gelle?
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nikp

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Donnerstag, 22. März 2018, 09:27

" In ca. der Hälfte der Fälle, in denen Typ-1-Diabetes festgestellt wird, zeigt sich auf lange Sicht, dass es sich doch um den wesentlich häufigeren Typ-2-Diabetes handelt.
Wie bitte? ?(
Das kann ich mir nicht vorstellen. Der Typ 1 Diabetes fängt ja schon sehr typisch an mit raschem Beginn, sofortiger Insulinpflicht, eventuell Keton, erhöhten Antikörpern, Gewichtsabnahme. Das davon die Hälfte!! Fehldiagnosen sein sollen, klingt unrealistisch.
Ich hab noch nie davon gehört, dass jemand mit Typ 1 Diabetes sich als Typ2 entpuppte. Wer so einen Fall kennt, soll doch bitte mal hier schreiben. :|

LG
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Das ist, scheinbar, die Schwierigkeit: 99,7 % der T2 haben keine Ketoazidose bei der Erstmanifestation aber 0,3% schon. Liegt also eine Ketoazidose vor und schließt man dieses für T2 aus wird eine falsche Diagnose gestellt. Genauso ist es mit den sofortigen Einsatz von Insulin. Es gibt, scheinbar, Fälle da müssen T2er zu beginn Insulin bekommen, was sie später nicht benötigen.

Interessant ist auch, dass zur Darstellung der Dramatik des T1 oft Zahlen von ca 30.000 Kindern, Jugendlichen oder jungen Erwachsenen unter 18 Jahren geschrieben wird. In dieser Studie wurde aber nur an 74 % der U 18 der T1 festgestellt.

sera

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Donnerstag, 22. März 2018, 09:37

@nikp
Lass uns nicht über absolute Zahlen streiten.
Sind Trends nicht das Wichtigere?

Viele Grüße an alle
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nikp

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Donnerstag, 22. März 2018, 09:40

@nikp
Lass uns nicht über absolute Zahlen streiten.
Sind Trends nicht das Wichtigere?

Viele Grüße an alle


Dem stimme ich zu. Und da scheint ja auch in der Medizin Einigkeit zu herrschen. Es gibt eine Zunahme von T1D und T1D Manifestiert sich in immer jüngeren Jahren.

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Donnerstag, 22. März 2018, 09:41

Ich halte das jedoch für eine Art "Bewältigungsstrategie", die sich lediglich auf den ersten Blick diabetesspezifisch zeigt, ursächlich damit aber nur sekundär etwas zu tun hat.
Absolute Zustimmung! Ich weiß von einem 15-jährigen Mädchen, das aufgrund seiner Typ 1-Erkrankung in die Kinder- und Jugendpsychiatrie kam. Sie ist einfach nicht damit zurechtgekommen, dass sie - anders als ihre Schulfreundinnen - zum Essen Insulin spritzen musste. Sie führte die Therapie gar nicht oder nachlässig durch und war offenbar "schwierig". Allerdings war sie ja auch in der Pubertät.

Herausgekommen ist, dass man in der Psychatrie nicht geschaut hat, sie mit ihrem Diabetes zu "versöhnen", sondern sie erhielt starke Psychopharmaka und war nach drei Jahren ein körperliches Wrack.

sera

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Donnerstag, 22. März 2018, 11:03

Was ist eigentlich "Selbstwirksamkeitserleben"?

Das ist irgendwie untergegangen.
Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Faktor im Leben bei allem was wir anpacken besonders in schwierigen Lebenslagen. Glaube ich daran etwas bewirken zu können, werde ich mich entsprechend für mich oder eine Sache einsetzen. Bin ich eher zögerlich und mache die Erfahrung, dass ich mich anstrenge wie doll und es kommt wenig oder nichts dabei heraus, könnte ich zu dem Schluss kommen, ich kann an der Sache/Situation/Problem eh nichts ändern und werde mich entsprechend passiv verhalten. Was wiederum meine passive Haltung nur verstärkt.

Vielleicht hat ja von Euch noch jemand griffige Beispiele.
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Donnerstag, 5. April 2018, 20:33

Was ist eigentlich "Selbstwirksamkeitserleben"?

Das ist irgendwie untergegangen.
Selbstwirksamkeit ist ein wichtiger Faktor im Leben bei allem was wir anpacken besonders in schwierigen Lebenslagen. Glaube ich daran etwas bewirken zu können, werde ich mich entsprechend für mich oder eine Sache einsetzen. Bin ich eher zögerlich und mache die Erfahrung, dass ich mich anstrenge wie doll und es kommt wenig oder nichts dabei heraus, könnte ich zu dem Schluss kommen, ich kann an der Sache/Situation/Problem eh nichts ändern und werde mich entsprechend passiv verhalten. Was wiederum meine passive Haltung nur verstärkt.

Vielleicht hat ja von Euch noch jemand griffige Beispiele.


Hier ist ne relativ gute Erklärung wie ich finde:


https://www.dieonlinepsychologen.de/tag/…ere-psyche.html

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